Es ist immer wieder spannend und aufschlussreich, einen Blick ins sprichwörtliche Maschinenwerk der US-Notenbank zu werfen. Seit diese sich vor Jahren einer größeren Transparenz verschrieben hatte und regelmäßig nun ihre Gesprächsprotokolle veröffentlicht, ist dies auch für eine breitere Öffentlichkeit möglich. Gut so, denn: Der Blick in die “Minutes“ der Januar-Sitzung kühlt die Gemüter am Markt doch ein gutes Stück ab. Obwohl auch hierbei klar wird, dass an der erwarteten Zinswende nichts mehr zu rütteln gibt. So ist zu lesen, dass bei dem derzeitigen Inflationsstand und dem weiterhin starken Arbeitsmarkt die Erwartung im Offenmarktausschuss ist, dass es bald zu einer Zinserhöhung kommen sollte. Also eigentlich keine wirklich neue Erkenntnis.

Dennoch durchaus eine Beruhigung. Denn in den vergangenen Tagen überschlugen sich die Spekulationen, dass die Fed bei ihrer Trendwende mit der Brechtstange vorgehen könnte. Schließlich lieferten die jüngsten Inflations-Zahlen mit einem Wert von 7,5% den höchsten Wert seit Anfang der achtziger Jahre. Gleichzeitig fielen die Arbeitsmarktdaten deutlich stärker aus als erwartet, was natürlich die Erwartung nahelegt, dass wir hier weiteren Lohndruck sehen werden, also typische Zweitrundeneffekte, die die Inflation, wenn nicht weiter anheizen, dann doch auf dem derzeitigen Niveau belassen könnten.

So war auch schon davon die Rede, dass die Fed im März den Zinssatz gleich um einen ganzen Prozentpunkt anheben könnte. Ganz auszuschließen ist das natürlich nicht, wenn sie im Sinn hätte, hier eine Art Schocktherapie zu vollziehen. Aber man darf sich natürlich die  Frage stellen, mit welchen Zweck. Denn auch die Notenbanker wissen natürlich, woher die hohe Teuerungsrate kommt und das lässt sich so einfach mit einer brachialen Zinssteigerung nicht aus der Welt schaffen.

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