Der Applaus, den die G-7 bezüglich ihrer Steuerbeschlüsse derzeit in Medien und auch am Markt einheimsen, könnte verfrüht sein. Dabei ist die Grundrichtung durchaus sinnvoll. Auf den ersten Blick sieht die grundsätzlich beschlossene globale Mindeststeuer von 15%, die insbesondere auf die international tätigen Tech-Konzerne zielt, als Belastung aus. Indes:

Im Gegenzug könnte diese globale Digitalsteuer dem Wildwuchs von nationalen Steuerbelastungen ein Ende setzen. Und das wiederum wäre eigentlich dann nur von Vorteil für die TechKonzerne. So es auch zu erklären, warum die Börse eigentlich auf diese Verabredung der G-7 recht positiv reagiert hat.

Doch wie man so schön sagt: das Fell des Bären nicht verteilen, bevor man ihn nicht erlegt hat. Denn die Zeiten, wo die G-7 dem Rest der Welt Vorschriften machen konnte, sind längst vorbei. Die Einschätzung von Beobachtern, dass für eine globale Steuer mindestens die G-20 oder noch besser die OECD entsprechende Beschlüsse treffen müssen, klingt in diesem Rahmen eher sinnvoll. Und da geht es dann letzten Endes auch sehr viel um Standortpolitik. Kleines Bonmot gleich am Rande: Die Beschlüsse der G-7 waren noch nicht mal sprichwörtlich in den Tickern, da meldete sich beispielsweise schon London mit dem Ruf nach Ausnahmen.

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