[vc_row][vc_column][vc_column_text]Den Job von EZB-Chef Mario Draghi möchte man derzeit nicht machen. In der vergangenen Woche hatten wir noch darüber berichtet, dass er dem Drängen insbesondere der deutschen (Geld-)Politik hinsichtlich einer Straffung der bisherigen geldpolitischen Maßnahmen die kalte Schulter gezeigt hat. Wobei sich der Streit daran fest machte, dass es eine grundsätzlich unterschiedliche Interpretation der Inflationszahlen aus dem Dezember gegeben hat.[/vc_column_text][vc_column_text]Doch nun haben die EZB-Kritiker neue Munition bekommen. Denn auch die Januar-Inflationsrate in der Eurozone hat einen überraschend starken Sprung gemacht. Statt wie im Konsens erwartet ein Plus von 1,5% auszuweisen, kletterte der Gesamtindex im Januar auf 1,8%. Damit liegt die Teuerung in Griffweite des EZB-Ziels von nahe 2% mittelfristig.[/vc_column_text][vc_column_text]Natürlich ist allen klar: Dieses starke Plus geht fast ausschließlich auf das Konto der Energiepreise. So verteuerten sich Energieprodukte im Jahresvergleich im Januar um 8,1%. Im Dezember gab es hier nur ein Plus von 2,6%. Im Gegensatz dazu zeigten beispielsweise die Preise für Dienstleistungen einen Wachstumsrückgang von zuvor 1,3% auf 1,2%. Das spiegelt sich letztlich auch in der Kernrate wider, die mit 0,9% weiter unter der
magischen 1 bleibt.[/vc_column_text][vc_column_text]Jetzt geht der Kampf um die Deutungshoheit los. Wobei von Seiten der EZB nach wie vor das Argument angeführt wird, dass die Preiseffekte aus der Erholung am Ölmarkt die Inflationsrate zwar in der ersten Jahreshälfte anheizen werden, dann allerdings entsprechend der dann gültigen Vergleichsbasis deutlich an Einfluss verlieren. Deshalb wollen sich die Euro-Währungshüter selbst bei Inflationsraten von kurzzeitig über 2% nicht
von ihrem bisherigen Fahrplan abbringen lassen.[/vc_column_text][vc_column_text]Was allerdings auch noch andere Gründe haben dürfte. Denn der politische Parforceritt, den der neue US-Präsident Donald Trump in seinen ersten Amtstagen zur Schau gestellt hat, lässt auch bei den Notenbanken die Alarmglocken läuten. Wobei es nicht einmal darum geht, ob Trump mit den avisierten Steuersenkungen und Investitionen in Infrastruktur (Stichwort Mauerbau zu Mexiko und Pipeline-Bau) die Teuerungsrate nach oben treibt.[/vc_column_text][vc_column_text]Vielmehr fürchten die Währungshüter, dass die ins Feld geführten protektionistischen Maßnahmen wie Strafzölle gegen bisherige Handelspartner für eine allgemeine Verunsicherung sorgen könnten. Und Verunsicherung, das gehört zum Einmaleins der Geldpolitik, ist kein Umfeld, in dem man eine Zinswende einläutet. Wenn das für die EZB gelten sollte, gilt das umso mehr für die amerikanische Notenbank.[/vc_column_text][vc_column_text]Diese hatte gestern ihre erste Sitzung im neuen Jahr. Erwartungsgemäß wurde dabei der Zinssatz beibehalten. In der Stellungnahme nach der Sitzung ließ sich die Fed nicht in die Karten gucken. Relativ deutlich betonte man zwar die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, verzichtete aber explizit darauf, daraus zumindest offiziell Schlüsse auf einen Termin für eine nächste Zinserhöhung zu ziehen.[/vc_column_text][vc_column_text]Fazit: Märkte und Notenbanker werden genauso wie die politischen Vertreter weiter gebannt nach Washington schauen, welches „Kaninchen“ Donald Trump als Nächstes aus dem Hut zaubern wird. Zu befürchten ist, dass die viel beschworene Trump-Rallye ihrem Ende näher sein könnte als ihrer Fortsetzung. Entsprechend ist hier besonders taktisches Verhalten angezeigt. Wobei es schon einen Überraschungsgewinner gibt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]