Auf den ersten Blick ist es nur eine weitere Wasserstands-Meldung. Denn die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Sitzung am heutigen Donnerstag die Leitzinsen unangetastet gelassen. Das war im Markt überwiegend erwartet worden. Was allerdings Gegenstand von Spekulationen war: Wie reagiert die EZB auf die derzeitigen Signale für eine konjunkturelle Abkühlung?

Passend zum Termin kamen dabei weitere Wirtschaftszahlen aus Deutschland und damit mithin der größten europäischen Volkswirtschaft heraus. Diese wiesen zwar für den Januar ein Wachstum aus. Der Index für die Produktion in der Privatwirtschaft stieg um 0,5 Punkte auf 52,1 Zähler. Allerdings war dies einer der niedrigsten Zuwächse der letzten vier Jahre. Entsprechend interessiert es den Markt, wie die Zentralbank ihrerseits die konjunkturellen Perspektiven in der Eurozone einschätzt und welche Schlussfolgerungen sie daraus zieht.

Aktuell war hierzu noch nicht viel zu hören. Allerdings wird zwischen den Zeilen klar, dass die EZB sich durchaus Gedanken macht, wie sie bei einer zukünftigen konjunkturellen Schwäche agieren kann. Schließlich steht ihr die Zinswaffe nach wie vor nicht zur Verfügung. Die bisherige Sprachregelung, dass die Zinsen mindestens über den Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, ist die eine Guideline. Die andere ist, dass man nach wie vor das Inflationsziel von 2% als offiziellen Hauptindikator nutzt.

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