Die Deutsche Börse hat offenbar endlich mal einen richtig großen Wurf landen können. Wie das Unternehmen in dieser Woche mitteilte, hat man den Datenspezialisten Institutionell Shareholder Services, kurz ISS, mehrheitlich übernommen. Konkret kauft man 80% und legt dabei rund 1,5 Mrd. EUR auf den Tisch. Die Transaktion selbst soll im ersten Halbjahr kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Warum ISS? Bekannt ist die Gesellschaft für verschiedene Serviceangebote im Bereich Asset Management und Aktionärsrechte. Gerade letzteres hat ISS zu einer regelrechten Macht im Markt werden lassen. Denn man gibt jährlich für 44.000 Hauptversammlungen im Jahr Abstimmungsempfehlungen ab. Das betrifft am Ende rund 4,2 Bio. Stimmrechte, die in der Regel sich an den Empfehlungen der ISS orientieren. Für die Deutsche Börse dürfte allerdings noch ein anderes Thema interessanter sein. Denn ISS gehört zu den führenden Rating- und Research-Agenturen im Bereich ESG. Wir hatten hier im Brief ja schon ausführlich über die Bedeutung nachhaltiger Anlagekriterien berichtet und entsprechend auch ein eigenes Aktien-Depot konstruiert und begleiten dieses regelmäßig.

Mit seiner ESG-Expertise kann ISS also vor allen Dingen Verknüpfungen zu den Deutsche-Börse-Indices eingehen. Außerdem könnte die DB-Tochter Clearstream das Thema Hauptversammlungs-Abwicklung womöglich besser strukturieren. Alles in allem also ein durchaus gelungener Deal, der bei der Deutschen Börse selbst Lust auf mehr macht. 

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