[vc_row][vc_column][vc_column_text]Fast könnte man schon von einer Art Panik sprechen. In den vergangenen Wochen prasselten aus Richtung Berlin etliche Vorschläge und Forderungen in Richtung der Frankfurter EZB-Zentrale, dass diese doch ihre derzeitige Geldpolitik überdenken möge. Stein des Anstoßes dafür waren die überraschend starken Inflationsdaten aus dem Dezember in der Euro-Zone. Und natürlich wissen die Polit-Profis in Berlin, dass in einem Wahljahr eine Kombination aus kräftiger Preis-Teuerung und weiterhin niedrigen Zinsen schwer zu vermitteln wäre.[/vc_column_text][vc_column_text]EZB-Chef Mario Draghi hat den deutschen Zins-Falken aber erst einmal die kalte Schulter gezeigt. Er pocht darauf, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone weiterhin eine starke geldpolitische Unterstützung benötigt, um die positiven Wachstumsansätze verstetigen zu können. Zwar zeigten bereits die Wachstumszahlen in den vergangenen Quartalen eine solide Entwicklung, aber weiterhin in der Regel auf sehr niedrigem Niveau.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=”1/2″][vc_column_text]Außerdem hat die EZB offiziell eine andere Inflation-Interpretation. Denn natürlich  verweisen die Euro- Währungshüter darauf, dass die jüngsten Preisanstiege hauptsächlich mit der Erholung bei den Öl-Preisen zusammenhängen. Betrachtet man die Kernrate, also die Preisteuerung ohne die volatilen Bereiche wie Energie und Lebensmittel, kann derzeit  noch von keiner inflationären Tendenz die Rede sein. Vielmehr liegt die Kernrate nach wie vor in  der Veränderung zum Vorjahr unter 1%.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=”1/2″][vc_single_image image=”19714″ img_size=”full”][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_row_inner][vc_column_inner][vc_column_text]Dennoch wird sich die EZB in den kommenden Monaten weiterhin der Frage stellen müssen, wie sie mit dem aktuellen  Anleihenkauf-Programm umgeht. Dieses ist erst einmal bis Ende des Jahres fix, doch dürften im EZB-Rat die Diskussionen intensiviert werden, ob man nach dem avisierten Ende der Anleihenkäufe dann in ein so genanntes Tapering, die schrittweise  Rücknahme der Kaufvolumen, eintritt oder gleich die Käufe von faktisch 100 auf null abbremst.[/vc_column_text][vc_column_text]Dabei dürfte man auch nach Großbritannien schauen. Denn dort hat die Bank of England angekündigt, womöglich schneller mit ihrem Anleihenkauf-Programm bei Unternehmensanleihen fertig zu werden als geplant. Vor vier Monaten hatte die britische Notenbank ein Kaufprogramm über rund 10 Mrd. GBP ins Leben gerufen und davon bereits mehr als die Hälfte für Anleihenkäufe aufgewandt. So steht hier im Raum, den Markt auf einen Rückzug der Notenbank aus dem Sekundärmarkt vorzubereiten, ohne einen Sell-off zu riskieren.[/vc_column_text][vc_column_text]Aber unabhängig davon: Wir rechnen damit, dass die EZB angesichts des deutlich unruhigeren Umfeldes in diesem Jahr (Brexit, Wahlen – besonders in Deutschland und Frankreich – und natürlich die neue Präsidentschaft Donald Trumps) versuchen wird, bis zum letztmöglichen Zeitpunkt ihre derzeitige Strategie durchzuhalten, sprich die Zinsen nicht anzutasten. Spätestens im Herbst wird sie aber sagen müssen, wo es geldpolitisch in der Euro-Zone hingehen soll. Aber dann hat man bezüglich der Risiken ja auch schon mehr Erfahrungswerte.[/vc_column_text][/vc_column_inner][/vc_row_inner][/vc_column][/vc_row]