Die sprichwörtliche Katze ist aus dem Sack: Denn nachdem es in den vergangenen Wochen geradezu eine Kakophonie unterschiedlicher Meinungen aus dem Kreis der EZB gab, hat sich nun EZB-Präsidenten Christine Lagarde ungewöhnlich klar positioniert.

Über einen Blog-Beitrag auf der EZB-Internetseite – was in der Form auch schon ungewöhnlich war – hat die EZB-Präsidentin geradezu eine „Basta“-Ankündigung vollzogen, die bisherige Erwartungen im Markt zum Teil ins Leere laufen lassen. Zwar hat sie noch einmal bestätigt, dass die Nettoanleihenkäufe sehr früh im dritten Quartal beendet werden sollen. Doch bei der Zinsfrage tritt sie sichtbar auf die Bremse.

Denn bislang ging die Erwartung im Markt dahin, dass gleichzeitig mit dem Ende der Nettoanleihenkäufe auch die erste Zinserhöhung auf der Juni-Sitzung (9. Juni) erfolgen wird. Wobei es in der Diskussion bislang zwar auch um den Hauptrefinanzierungssatz ging, der bei 0% liegt. Deutlich mehr Handlungsbedarf sehen allerdings Notenbänker und Marktteilnehmer beim Einlagensatz, der bei immer noch -0,5% liegt und das bei einer Rekordinflation von 7,4%. Das wird als vollkommen unangemessen angesehen.

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