[vc_row][vc_column][vc_column_text]Wir wissen zwar nicht, welche Informationen der neue US-Präsident zu seinem Amtsantritt auf den Schreibtisch bekommen hat. Schaut man sich allerdings an, mit welcher Verve er in den ersten Wochen seiner Präsidentschaft gegen bisherige Handelspartner gewettert hat und wie er ohne Unterlass einem neuen Protektionismus das Wort redet, könnte man auf die Idee kommen, dass ihm keiner gesagt hat, dass Amerikas Staatshaushalt in signifikantem Umfang vom Ausland finanziert wird.[/vc_column_text][vc_column_text]Von den US-Staatsanleihen im Gesamtwert von rund 13,9 Bio. USD liegen derzeit fast 6 Bio. USD in den Händen ausländischer Investoren, also fast 43%. Den Löwenanteil davon halten japanische Investoren, aber auch chinesische, britische und andere internationale Anleger sind hier involviert. Und sie werden zunehmend nervös. Wobei sich auf den ersten Blick nur ein schon seit mehreren Jahren herausgebildeter Trend fortzuschreiben scheint. Denn der Anteil von Staatsanleihen in ausländischer Hand lag 2008 noch bei 56% und schmolz in den Folgejahren entsprechend zunehmend ab.[/vc_column_text][vc_column_text]Dies konnte sicherlich noch mit den Unsicherheiten rund um die Finanzkrise und der daraufhin folgenden Zinswende erklärt werden. Aktuell sind allerdings andere Argumente zu hören. So werden zum einen die Aussichten auf ein höheres Defizit wie auch auf einen deutlichen Pick-up in der Inflation genannt. Hinzu kommen die Zinsprognosen und letztlich eben auch die deutliche Anti-Rhetorik des neuen US-Präsidenten. Das alles zusammen kratzt sichtbar am Image Amerikas als „dem“ sicheren Hafen schlechthin.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=”1/2″][vc_column_text]Was nicht bedeutet, dass man hier schon von einer regelrechten Flucht-Bewegung sprechen könnte. Denn auch die ausländischen  Investoren sind sich im klaren, dass ein deutlicher Rückzug aus den US-Staatsanleihen nicht nur für Amerika ein Problem werden könnte, sondern auch für die eigenen Investments. Doch es ist schon bemerkenswert, dass beispielsweise im Dezember letzten Jahres den zweiten Monat in Folge ein negatives Saldo bei den Investmentströmen verzeichnet wurde. Das war das erste Mal seit 2014. Dabei waren es hauptsächlich die Japaner, die verkauften, auch wenn es sich nur um einen Bruchteil der insgesamt 1,1 Bio. USD Gesamtinvestitionen in US-Staatsanleihen handelte.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=”1/2″][vc_single_image image=”18918″ img_size=”full”][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Dabei steht außer Frage: Zum aktuellen Zeitpunkt ist Amerika, sprich die amerikanische Notenbank, voll und ganz in der Lage, entsprechende Kauf-Zurückhaltung oder Rückzüge ausländischer Investoren zu kompensieren. Nach amerikanischem Verständnis der Geldpolitik wäre dies auch grundsätzlich kein regulatorisches Problem. Aber natürlich wäre ein weiterer Rückgang der ausländischen Investitionen in amerikanische Staatsanleihen ein sichtbares Misstrauensvotum.[/vc_column_text][vc_column_text]Zumal die Regierung wohl letztlich bei allem „America First“-Gerede bei der Finanzierung der geplanten Investitionen eben auch auf ausländische Investoren angewiesen sein dürfte. Wobei hier unter der Prämisse, dass die Notenbank selbst weiter an der Zinsschraube dreht, am Ende auch die Markzinsen deutlich zulegen dürften und damit eine billige Verschuldung nach bisherigem Muster konterkarieren. Ob dann Donald Trump trotz der republikanischen Mehrheit im US-Kongress seine Ausgabenprogramme ohne weiteres durchbringen kann, würde auf einem anderen Blatt stehen. Für Turbulenzen würden US-Treasuries, die am Markt womöglich nicht mehr so beliebt sind, auf jeden Fall sorgen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]