Zinspolitisch war es fast schon ein historisches Geschehen. Denn dieser Tage zeigte die Zinsstrukturkurve der US-Staatsanleihen erstmals seit mehr als einer Dekade eine inverse Struktur. Konkret fiel der Spread zwischen USTreasuries mit dreijähriger und fünfjähriger Laufzeit unter null. Dabei kam dies nicht wirklich überraschend, denn in den vergangenen zwölf Monaten war die Tendenz in diese Richtung ziemlich eindeutig.

Die spannende Frage, die sich hier anschließt: Was bedeutet das letztlich außer der offensichtlichen Interpretation, dass die Anleger inzwischen so nervös sind, dass sie am kurzen Ende mehr Rendite verlangen als am langen Ende. Eine inverse Zinsstruktur gilt landläufig als Vorbote einer Rezession.

Entsprechende Studien in den vergangenen 20 Jahren haben immer wieder gezeigt, dass eine inverse Zinskurve zu den verlässlichsten Indikatoren bei  der Prognose von Konjunkturproblemen gehört. Allerdings dürfte auch in der aktuellen  Lage als gültig anzusehen sein, dass die Inversion sehr stark  durch die amerikanische Notenbank selbst vorbereitet wurde mit ihren jüngsten Zinserhöhungen. Dass sie diesbezüglich signalisiert hat, zu einem Ende des Zinserhöhungszyklus zu kommen, kann die aktuelle Dynamik dabei erst einmal nicht aufhalten.

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