Wohin will die Europäische Zentralbank? Das ist das mehr oder weniger unausgesprochene Thema des aktuellen Sintra-Forums.  Diesmal in virtueller Form, ist es quasi so eine Art runder Tisch der Notenbanker unter der offiziellen Fragestellung, wie sich Zentralbank  in einer sich verändernden Welt aufstellen können. Das passt natürlich zu den groß angekündigten Strategieüberprüfungen der neuen EZB-Notenbankchefin Christine Lagarde. Und es passt auch besonders gut zur derzeitigen zweiten Welle der Corona-Pandemie. Denn es war ja auch letztlich der Virus, der die Notenbanken rund um den Globus zu Maßnahmen getrieben hat, die in früheren Jahrzehnten schlicht undenkbar gewesen wären.

Dabei müssen die Strategieüberlegungen mit einem Umfeld interagieren, das es so in der Vergangenheit wohl nie oder höchst selten gegeben hat. Tatsache ist: Trotz negativer Zinsen und überbordender Bilanzsumme ist das Thema Preisteuerung schlicht nicht existent. Dabei war es die Inflation immer schon, die als eine Art Anker für die Geldpolitik wirkte. Deren Fehlen eröffnet nun deutlich mehr Optionen, was allerdings auch erhebliche zukünftige Risiken birgt, da niemand verlässlich prognostizieren kann, ob die Inflation nicht irgendwann, und dann mit aller Macht, zurückgekehrt.

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