Das zur Wochenmitte veröffentlichte Beige Book der US-Notenbank bringt weitere Indizien für die geldpolitische Strategie. Der Konjunkturbericht, zu dem alle regionalen Notenbanken zuliefern, hatte diesmal zwei grundsätzliche Themen: Arbeitsmarkt und Preise. Bei Ersterem wurde über eine angespannte Situation in etlichen Distrikten berichtet. Was nicht wirklich überrascht, wenn man auf die Arbeitslosenquote schaut. Dennoch:

Die von vielen befürchteten Zweitrundeneffekte, sprich Lohnerhöhungen, fallen bislang weiter moderat aus. Was letztlich nichts anderes bedeutet, als dass es von dieser Seite her keinen zusätzlichen Inflationsdruck gibt. Anders könnte es demnächst bei den Erzeugerpreisen aussehen. Denn im Beige Book wurde auch festgehalten, dass insbesondere die Stahl- und Aluminiumpreise gestiegen sind. Dies natürlich eine Folge der Strafzölle. Man wird abwarten müssen, inwieweit die höheren Einkaufspreise letztlich an die Konsumenten weitergegeben werden.

Im Fazit des Konjunkturberichtes kann zusammengefasst werden, dass angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung noch kein schnelles Handeln der Fed gefragt ist. Vielmehr kann sie nach wie vor ihren signalisierten Zinspfad abarbeiten. Das bedeutet, dass auf der nächsten Notenbanksitzung Anfang Mai kaum mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet werden muss. Diese hat der Markt bislang fest für die Juni-Sitzung eingepreist. Dennoch spielt das Thema Zinsen bei längerfristigen Betrachtungen eine immer stärkere Rolle, und das mit einem negativen Unterton.

Dieser Inhalt ist nur für ICM Premium Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren