Richtige Diagnose, falsches Medikament? EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat ein neues Spielfeld für Brüsseler Milliarden gefunden – die Halbleiterindustrie. Die grundlegende Analyse dabei ist schon richtig: Europas Chiphersteller haben längst den Anschluss an die Weltspitze verloren. Hinsichtlich der Produktionszahlen kommt Europa im Weltvergleich gerade mal auf rund 10%. Dabei kommen vom europäischen Kontinent rund 20% der Nachfrage. Klassisches Gegenstück ist China mit einem Produktionsanteil von rund 35% und einer Nachfrage von rund 24%. Noch größere Diskrepanzen (siehe Grafik) liefern Taiwan und Südkorea. Indes:

Die insgesamt 45 Mrd. EUR, die nach Brüsseler Plänen über öffentliche und private Investitionen verteilt werden sollen,  haben dabei allerdings etliche Haken. Zum einen nimmt man in Kauf, dass hier bisher geltendes Beihilferecht aufgeweicht wird. Andererseits regiert hier auch in gewisser Weise das Prinzip Hoffnung.

Nämlich die Hoffnung, dass sich tatsächlich auch private Investoren an den Trend ran hängen. Doch  läuft man hier einerseits Gefahr, dass man sich in ein Subventionsrennen begibt, dass man angesichts der globalen  Konkurrenz von China, USA und anderen schlicht nicht gewinnen kann. Das zeigt schon, dass beispielsweise Amerika angekündigt hatte, 52 Mrd. USD in die Chipindustrie zu stecken, reines Staatsgeld dabei. Obendrauf kommen noch große Privatinvestoren wie beispielsweise Intel, die allein angekündigt hatten, bis 2025 20 Mrd. USD in ein Chipwerk in Ohio zu investieren.

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