Es ging am Ende wohl nicht mehr anders: Auf ihrer heutigen Sitzung hat die Europäische Zentralbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Das war die stärkste Anhebung in einem Zinsschritt seit der Einführung des Euro als Buchgeld 1999. Aber die EZB hatte letztlich wohl auch keine Wahl mehr.

Denn die Inflation lässt sich weiterhin nicht bändigen. Das zeigten auch die letzten Daten von Ende August, als für die Eurozone ein Anstieg um 9,1% ausgewiesen wurde, was nicht nur 0,1 Basispunkte über den Erwartungen lag, sondern auch noch eine weitere Beschleunigung der Teuerung gegenüber den 8,9% aus dem Vormonat bedeutete. Damit liegt die Inflationsrate mindestens auf dem höchsten Stand seit 30 Jahren.

Das Problem dabei: Kaum jemand glaubt, dass die EZB mit den nun insgesamt 1,25 Prozentpunkten Zinsanstieg auf den letzten beiden Sitzungen schon annähernd auf einem Niveau ist, wo man die Inflation signifikant dämpfen kann. D. h. übersetzt, dass hier wohl noch mehrere harte Zinserhöhungen folgen müssten. Die EZB ist ja relativ spät erst zur Party gekommen, so beläuft sich der Zinsanstieg in den USA auf mittlerweile 2,25 Prozentpunkte. Und die Fed hat bekanntlich angekündigt, hier noch weiterhin Druck zu machen.

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