Die Inflation geht durch die Decke. Das ist sicherlich keine neue Erkenntnis. Denn schon seit einigen Monaten haben sich die Teuerungsraten deutlich erhöht, was natürlich auch den ausschlaggebenden Anlass bot, warum die amerikanische Notenbank wie auch die Bank of England und einige andere die jeweilige Zinswende eingeläutet haben. Dennoch ist es schon erstaunlich, welche Höhen wir hier inzwischen erklommen haben. So wurde für Deutschland in dieser Woche ein Wert von 7,3% im März gemeldet. Das ist ein 50-Jahres-Hoch und angesichts des Umfeldes ist hier sicherlich noch kein tatsächliches Ende abzusehen.

Die Zutaten für diese Preis-Rallye sind hinlänglich bekannt. Insbesondere die massiven Verteuerungen im Bereich Energie und Rohstoffe auch im Zuge des Ukraine-Krieges sind dafür ausschlaggebend. Das Problem, nicht zuletzt auch für die Währungshüter, ist, dass sich diese Preissteigerungen langsam nun auch durch andere Bereiche der Volkswirtschaften durcharbeiten. Das gilt für Nahrungsmittelpreise und Dienstleistungen und natürlich werden so langsam auch die Arbeitnehmer bzw. Gewerkschaften wach und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass jetzt hier entsprechende Zweitrundeneffekte drohen, sprich eine Lohnspirale, welche die entsprechenden Inflationsniveaus nicht nur zu einem kurzfristigen Phänomen machen, sondern diese möglicherweise auch noch weiter verstetigen.

Damit liegt der sprichwörtliche Ball im Feld der Notenbanken. Die amerikanische Fed hat diesbezüglich schon eine erste Antwort gegeben mit der Aussicht auf eine wesentlich härtere Gangart in den nächsten Monaten. Im Raum stehen zwei weitere Zinserhöhungen um jeweils 50 Basispunkte. Und alles schaut nun auch auf die EZB, die sich bislang so ein bisschen auch vor dem Thema drückt. Zwar hatte man hier angekündigt, die entsprechende Liquiditätszufuhr in Form von Anleihenkäufen sukzessive zurückzuführen. Doch Aussagen über höhere Zinsen wurden nicht getroffen

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