Am Donnerstag schlägt sozusagen die Stunde der Wahrheit. Denn der Blick der Märkte, insbesondere der europäischen, geht nach Frankfurt zum EZB-Turm, wo der EZB-Rat heute tagt und letztlich dabei Farbe bekennen muss, wie man die derzeit galoppierende Inflation auch in der Eurozone in den Griff bekommen will.

Dabei stecken die Notenbanker in einem sichtbaren Dilemma. Auf der einen Seite die RekordInflation, auf der anderen Seite zunehmende konjunkturelle Sorgen vor dem Hintergrund des UkraineKrieges, den hochschnellenden Energiekosten und den entsprechenden Sanktionen gegen Russland. Wir hatten an dieser Stelle auch schon darüber berichtet, dass im Vorfeld der Sitzung die Stimmen aus der EZB mehr wurden, die einer Zinswende noch in diesem Jahr das Wort redeten.

Die Frage ist allerdings, ob die EZB dafür überhaupt den Spielraum hat. Denn schon vor dem Ausbruch des Krieges waren die  konjunkturellen Erholungstendenzen in der Eurozone weniger stark ausgeprägt als in den Vereinigten Staaten, ganz abgesehen vom Arbeitsmarkt. Deshalb hatte sich die EZB ja auch letztlich längere Zeit davor gedrückt, hier in irgendeiner Art und Weise Zins- bzw. Liquiditätssignale zu geben.

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