Das Ergebnis der heutigen EZB-Sitzung war sicherlich keine Überraschung. Im Vorfeld war allgemein erwartet worden, dass es ein Non-Event wird, wie man so schön sagt. Letztlich wurde das auch bestätigt: Weder bei den Leitzinsen noch bei den bisherigen Corona-Krisenmaßnahmen, insbesondere das Anleihenkaufprogramm PEPP, gab es Änderungen. Und doch:

Unterschwellig war die Anspannung zu spüren im EZB-Rat. Dies vor allem wegen einer Diskussion, die in den vergangenen Wochen an Fahrt aufgenommen hatte und die von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sicherlich noch einige Zeit unter der Decke gehalten werden sollte. Es geht um die Frage, wie die EZB irgendwann den Einstieg in den Ausstieg aus allen den Kaufprogrammen schaffen kann (wenn sie denn will).

Das Wörtchen „irgendwann“ symbolisiert dabei, dass es müßig ist, schon irgendwelche Zeitpläne anzubringen. Dennnoch ist alles ungewiss. Natürlich könnte Europa wie andere Märkte auch in diesem Jahr einen deutlichen Wirtschaftsaufschwung verzeichnen, was in der Zeitskala die Rückführung bis hin zur Einstellung der Anleihenkäufe durch die EZB erfordern könnte. Andererseits ist es auch möglich, dass schwächere Erholungsfortschritte dazu führen,
dass die Programme nochmals verlängert, möglicherweise sogar intensiviert werden. Und über allemschwebt die ungelöste Frage, wie es mit der Inflation aussehen wird.

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