Crash oder Korrektur?

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Crash oder Korrektur?

Crash oder Korrektur? Seit Montag wird heftig diskutiert, ob der langfristige Trend nun gebrochen ist, oder ob wir die lang ausstehende Korrektur nun sehen. Der Kursrückgang kam ohne konkreten Anlass. D. h. es wurde nicht verkündet, dass eine hohe Leitzinserhöhung bevorsteht, auch drohende Bankenpleiten oder schockierende Gewinnwarnungen wurden nicht ausgesprochen. Aus fundamentaler Sicht ist die Welt genauso wie vor einer Woche.

So haben wir versucht, uns aus der Perspektive der Volatilität an die aktuelle Situation zu nähern und diese zu interpretieren. Am Dienstag war das vorläufige Hoch der impliziten Volatilität (VIX) des breiten S&P 500 Index bei 50,30. Seit 1990 wurde dieses Niveau nur drei Mal  überschritten. In 2008 hat die Weltwirtschaftskrise den VIX bis auf ein Niveau von 90 getrieben. Im August 2015 hat die Angst um die chinesische Wirtschaft den Risikoindex ebenfalls auf ein sehr hohes Niveau getrieben. In beiden Fällen konnte man diese Entwicklung fundamental begründen, jedoch nicht aktuell.

Als Nächstes lohnt sich ein Blick auf den VVIX Index. Dieser bildet die Volatilität der Volatilität ab. Das All- Time-High bei einem Stand von 212,22 wurde im August 2015 erreicht. Am vergangenen Montag erreicht der Index ein Niveau von 203,73, also knapp unter dem All-Time-High. Wie man aus der Grafik deutlich erkennen kann, war das mehr als eine übliche Übertreibung. So ist der VIX Index um über 450% seit November 2017 gestiegen. Der VVIX Index ist um über 100% im gleichen Zeitraum gestiegen. Diese Entwicklung ist aus unserer Sicht deutlich als Paniksituation zu betrachten.

Die Kurseinbrüche in den Aktien selbst waren auch dramatisch. Zum Vergleich haben wir den Future auf den S&P 500 herangezogen. Innerhalb von 7 Handelstagen ist der Index-Future um 12,04% zurückgegangen. Im August 2015, begleitet durch Unsicherheit in China, ist der Future um vergleichbare 12,95% eingebrochen.

Im Gegensatz zu vorherigen Crashs wurde der aktuelle Einbruch durch positive Nachrichten eingeleitet. Steigende Löhne in den USA haben Inflationsängste geschürt und somit eine schnellere Leitzinsanhebung als erwartet. Anders betrachtet deuten jedoch steigende Löhne auf eine robuste Konjunktur hin. Zu beobachten ist auch, dass der Ausverkauf ausschließlich an den Aktienmärkten stattgefunden hat. An den Anleihen- und Devisenmärkten sowie in den Schwellenländern gab es wenig Aktivität.

Zusammengefasst betrachten wir die aktuellen Ereignisse als eine überfällige Korrektur. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Kursbewegung durch automatisierte Handelssysteme beschleunigt wurde. Dass der Kurseinbruch vorerst sein Ende gefunden hat, ist sehr wahrscheinlich. Darauf deuten die beiden beschriebenen Volatilitätsindizes hin. Ob die Märkte jedoch gleich wieder in den alten Modus übergehen, ist noch unklar. Die Volatilität steigt zwar kurzfristig sehr stark an, baut sich jedoch erst über die Zeit ab. Somit ist aus unserer Sicht das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden Wochen ein volatiler Seitwärtsmarkt.

Von | 2018-02-08T15:06:24+00:00 08.02.2018|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Crash oder Korrektur?

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