Durch den Konflikt im Nahen Osten ist außerdem mit einer steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien zu rechnen. Ursprünglich ging es bei den Erneuerbaren darum, die Kohlenstoffemissionen zu senken. Mittlerweile steht jedoch die Energiesicherheit im Vordergrund. Im Gegensatz zur Straße von Hormus unterliegen Sonne und Wind nicht den Launen der Geopolitik. Auch die Kernenergie wird durch die jüngsten Entwicklungen Auftrieb erhalten. Insbesondere EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die sich 2011 für die Stilllegung aller deutschen Kernkraftwerke ausgesprochen hatte, ist nun eine vehemente Befürworterin der Kernenergie.

Außerdem dürfte der Krieg im Nahen Osten zu höheren Ausgaben für die Öl- und Gasinfrastruktur führen. Die Tatsache, dass 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasproduktion die Meerenge von Hormus passieren, die an ihrer engsten Stelle nur 33 Kilometer breit ist, stellt eine erhebliche Schwachstelle dar. Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline-Netzwerk, das Rohöl vom Persischen Golf zu Exportterminals entlang des Roten Meeres transportiert, hat sich hingegen als Segen erwiesen. Es ermöglicht dem Königreich, etwa 70 Prozent des Öls umzuleiten, das andernfalls durch die Straße von Hormus fließen müsste. Es wird Anreize geben, weitere Pipelines zu bauen und gleichzeitig bestehende zu verstärken. Darüber hinaus werden die Länder mit Blick auf eine größere Energieautarkie einen stärkeren Anreiz haben, lokale Öl- und Gasvorkommen zu erschließen.

Schließlich werden die Golfstaaten ihre Militärbudgets wahrscheinlich erhöhen. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich das Umfeld für die Metropolen im Nahen Osten künftig darstellen wird. Städte wie Dubai, Abu Dhabi und Doha haben sich zu Zufluchtsorten für qualifizierte Arbeitskräfte entwickelt, die ein steuerarmes und kriminalitätsfreies Umfeld suchen.

(Quelle: BCA Research, GIS 12.03.2026, S. 6; Titel: Bevölkerungszuwachs in den Golfstaaten vor dem Aus?)

Der Flugverkehr an verschiedenen Verkehrsknotenpunkten hat sich bereits erholt. Trotzdem könnte es sein, dass Expats nach alternativen Zielen Ausschau halten. Hongkong und Singapur stehen dabei ganz oben auf der Liste.

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